Ist der CEE-Markt gut gerüstet für die Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)?

Ist der CEE-Markt gut gerüstet für die Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)?
February 2, 2018 Krisztian Toth

Kurz vor Weihnachten hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, das Einführungsdatum der Versicherungsvertriebsrichtlinie zu verschieben. Doch selbst wenn dieser Vorschlag angenommen wird, wird auch die neue Frist nur Auswirkungen auf die nationalen Märkte haben, nicht auf die Gesetzgeber. Im Folgenden ist aufgeführt, wie die einzelnen Länder der CEE-Markt jeweils aufgestellt sind, was die Umsetzung dieser Richtlinie angeht.

IDD in CEE

 

In einem Best-Case-Szenario werden alle Länder der EU in einem Monat eine eigene Verordnung umgesetzt haben, um den Regeln der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) zu entsprechen.

Die Marktteilnehmer haben sehr wahrscheinlich sieben weitere Monate Zeit (bis 1. Oktober 2018), um sich auf die Richtlinieneinführung vorzubereiten, sofern der Antrag der Europäischen Kommission angenommen wird.

Die Gesetzesentwürfe und Verbesserungen stehen in den meisten Ländern, mit denen wir uns weiter unten beschäftigen, bereits bereit, und die Marktteilnehmer, die sich angesichts der Kürze der Einführungszeit früher beschwert hatten, machen mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt einige Fortschritte, was ihre Maßnahmen angesichts der nahenden Richtlinieneinführung betrifft.

 

Momentaufnahmen vom CEE-Markt

 

Die Tschechische Republik

In der Tschechischen Republik haben die Wahlen im Herbst den Gesetzgebungsverfahren einen Dämpfer verpasst und könnten diese aufgrund des nicht wirklich handlungsfähigen Parlaments 2018 weiter blockiert werden. Also ist weiter zu beobachten, ob das Land in der Lage sein wird, den Umsetzungspflichten der IDD termingemäß nachzukommen. Vladek Krámek, Legal and Compliance Director bei Fincentrum nimmt an, dass die neue Verordnung für den Sektor „etwa mit einem Jahr Verzögerung“ umgesetzt werde.

 

Slowakei

Die Slowakische Republik hat die notwendigen Änderungen im Gesetz für Kredit- und Versicherungsgewerbe und finanzielle Beratung bereits vorgenommen, damit die IDD im innerstaatlichen Recht umgesetzt wird. Allerdings haben Verhandlungen mit dem Sektor der Finanzdienstleistungsvermittler aus deren Perspektive nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Die Vereinigung der Finanzdienstleistungsvermittler und Finanzberater wertete die Änderungen der Kommissionsrichtlinien als positiv, aber meldeten Bedenken hinsichtlich der Garantien der Professionalität von Versicherungsagenten an.

 

Kroatien

Das Finanzministerium Kroatiens hat die Vorbereitungen für Änderungen des aktuellen Versicherungsgesetzes bereits abgeschlossen und wartet nun auf ihre Genehmigung. Auf einer kürzlich abgehaltenen Konferenz, der kroatischen Versicherungstage, diskutierten Fachleute der Branche über mögliche Konsequenzen der Verordnung und über die anstehenden Herausforderungen. Andreja Radic Blazin, Leiter der Gruppe Versicherungen der Finanzdienstleistungsaufsicht Kroatiens, kommentierte dazu, dass es trotz des Mangels anspruchsvoller Produkte am Markt für Versicherungsanbieter dennoch nicht einfach sei, den IDD-Anforderungen zu entsprechen. Der CFO von Generali CEE fügte hinzu, dass die schnell sich entwickelnde Technologielandschaft dazu führe, dass die Compliance-Anforderungen zu doppelt großen Herausforderungen würden.

 

Polen

Die finale Gesetzesfassung ist vom Sejm am 9. November 2017 bereits abgesegnet worden und wurde an den Senat weitergereicht. Falls auch der Senat das Gesetz billigt und der Präsident es unterschreiben wird, kann der ursprüngliche Zeitplan eingehalten werden und wird das Gesetz am 23. Februar 2018 inkraft treten. Abhängig von der Entscheidung der EU bezüglich der Verschiebung der Umsetzungsfrist wird der polnische Gesetzesgeber sogar weiteren zeitlichen Spielraum haben, die Termine entsprechend anzupassen, berichtet CMS Law-Now. Früher oder später werden Marktteilnehmer dem neuen Gesetz entsprechen müssen. Falls dies ihnen nicht gelingen sollte, könnten die Strafzahlungen bei bis zu 5 % ihres Umsatzes liegen.

 

Ungarn

Ungarn hat bereits im November Änderungen seines Versicherungsgesetzes vorgenommen, die die notwendigen Anpassungen zur Umsetzung der IDD-Richtlinie enthalten. Neben dem Gesetz, das am 23. Februar 2018 inkraft tritt, gibt es noch einige andere Bestimmungen der Europäischen Kommission bezüglich Details der Umsetzung der Richtlinie, die für Marktteilnehmer rechtlich bindend sein werden. In eine kürzlich verfassten Analyse unterstrichen CEOs führender Finanzdienstleister, dass die IDD eine der anspruchsvollsten Herausforderungen des Jahres 2018 sein würde, hofften aber, dass im Interesse der Kunden diese Bemühungen gerechtfertigt seien.

 

Rumänien

Das Finanzministerium hat im September einen ersten Gesetzesentwurf für die Umsetzung der IDD in der rumänischen Gesetzgebung veröffentlicht. Sobald das Parlament diesen Entwurf verabschiedet, wird das Gesetz am 23. Februar 2018 inkraft treten und frühere Richtlinien hinsichtlich des Versicherungsvertriebs des Landes aufheben.

 

Deutschland und Österreich

Der Deutsche Bundestag hat früher als andere Parlamente bereits im Juli 2017 das IDD-Umsetzungsgesetz verabschiedet. Deutschland wird der einzige EU-Land sein, der ein Provisionsabgabeverbot ausspricht, um Versicherungsvermittler vor sinkenden Margen zu schützen und zu verhindern, dass sie durch höhere Vertragsabschlusszahlen Verluste zu kompensieren versuchen.

Während Deutschland sehr gut vorbereitet ist, war Österreich im Dezember 2017 immer noch dabei, einen Vertragsentwurf für Änderungen der aktuell geltenden Gesetze vorzubereiten, die von der IDD betroffen sein werden. Das Wirtschaftsministerium muss die Gewerbeordnung und möglicherweise andere Gesetze aktualisieren.

 

Sorgen Sie dafür, dass die IDD-Richtlinie sich leicht umsetzen lässt, die Workflows papierlos und Ihre Kunden glücklich sind – mit einer mobilen Lösung: